Indien

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Mit etwa 1,2 Milliarden Einwohnern ist Indien nach China der bevölkerungsreichste Staat der Erde. Etwa 72 Prozent der Bevölkerung sind Indoarier, 25 Prozent sind Draviden, die hauptsächlich im Süden Indiens leben. Drei Prozent sind sonstige Völkergruppen.

Die Zahl der illegal eingewanderten Bangladescher wird auf bis zu 20 Millionen geschätzt. Die rund 100.000 Exiltibeter, die seit der chinesischen Besetzung Tibets in den 1950er Jahren aus ihrer Heimat geflohen sind, werden dagegen offiziell als Flüchtlinge anerkannt. Des Weiteren leben etwa 60.000 tamilische Flüchtlinge aus Sri Lanka auf indischem Gebiet. Indien ist eine Bundesrepublik, die von 29 Bundesstaaten gebildet wird und außerdem sieben bundesunmittelbare Gebiete umfasst. Der Eigenname der Republik lautet in den beiden landesweit gültigen Amtssprachen Bharat Ganarajya (Hindi) und Republic of India (Englisch). Die moderne demokratische und säkulare indische Republik besteht seit 1949, und seit 1950 gilt die Verfassung Indiens.

Der Himalaya bildet die natürliche Nordgrenze Indiens, im Süden umschließt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, das chinesische Autonome Gebiet Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar (Birma) und Bangladesch. Weitere Nachbarstaaten im Indischen Ozean sind Sri Lanka und die Malediven. Hinsichtlich der Landesfläche ist Indien das flächenmäßig siebtgrößte Land der Erde.

Das Gebiet Indiens ist mindestens seit der bronzezeitlichen Indus-Hochkultur zivilisiert. Der indische Staat ist mit über 1,3 Milliarden Einwohnern (2016) nach der Volksrepublik China (fast 1,4 Mrd.) das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde und somit die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt. Bei gleichbleibend hohem Bevölkerungswachstum könnte Indien schon im Jahr 2020 China überholen. Durch fortschreitende Modernisierung, Bildung, Wohlstand und Urbanisierung sinkt die Geburtenrate jedoch bereits. Hauptstadt Indiens ist Neu-Delhi, Teil der Metropole Delhi; weitere Ballungsräume sind auch Mumbai, Kalkutta, Chennai, Bangalore, Hyderabad, Ahmedabad und Pune.

Die indische Gesellschaft wird trotz verfassungsmäßiger Religionsfreiheit vom religiösen hierarchischen Kastensystem bestimmt. Die mit Abstand größte Religionsgruppe sind die Hindus, gefolgt von Muslimen, Christen und den historisch aus Indien stammenden Sikhs, Buddhisten und Jaina. Indien ist trotz seines noch niedrigen Pro-Kopf-Einkommens bereits die drittgrößte bzw. sechstgrößte Wirtschaftsmacht der Welt (kaufkraftbereinigt bzw. nominell) und war 2015 erstmals die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der G20-Gruppe.

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